Heinemann von Hayn

 





dargestellt von Mario Romanus


Heinemann von Hayn war landgräflicher Rat am Hofe Albrechts des Entarteten. Er findet Erwähnung in Urkunden der Jahre 1270 bis 1303. Heinemanns Gemahlin hieß Helwigis. Mit ihr hatte er nachweislich 9 Kinder, fünf Söhne und vier Töchter: Heinemann junior (1283/1293), Otto (1283/1286), Gunther (1286), Dietrich (1286), Friedrich (1286), Agnes (vermählt mit Eberhard von Malsleben, 1286), Jutta (vermählt mit Johann Slune, Truchsess von Schlotheim, 1286/1294), Elisabeth (1286) und Kunigunde (1286).

Die Herren von Hayn entstammen wahrscheinlich einer Seitenlinie der Truchsesse von Schlotheim. Ebenfalls führen sie die Namen „von Hagen“ oder die lateinisierte Form „de Indagine“, wahrscheinlich nach ihren Besitzungen in Rüdigershagen. Da es in Thüringen mehrere Familien mit den Namen „Hayn“ oder „Hagen“ gab, fällt eine korrekte Zuordnung einzelner Angehöriger schwer.

Am 1. April 1280 bestätigt Albrecht, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen in Erfurt dem deutschen Orden das demselben von den Vögten von Plauen und Gera verliehene Recht über die Kirchen zu Plauen und Tanna und über das Dorf Straßberg. Als Zeugen erscheinen unter anderem: Graf Friedrich von Rabenswald, Burggraf Albrecht von Altenburg, Hermann Kämmerer von Fahner, Heynemanno de Indagine und der landgräfliche Hofnotar Matthias (Mathia curie nostre notario).

In Erfurt bekennt Albrecht, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen am 2. Oktober 1280, dass er den Grafen Otto von Orlamünde und die Stadt Erfurt wegen mancherlei ihm geleisteter Freundschaftsdienste in seinen Schutz genommen und sich mit ihnen auf zwei Jahre gegen ihre Feinde verbündet habe. Zugleich bestätigt er der Stadt alle von ihm erhaltenen Rechte und Freiheiten und bestellt Bürgen für die Ausführung seiner Versprechen. Unter anderem treten als Zeugen auf: Hermann von Mihla, Gunther von Schlotheim, Hermann von Fahner senior, Heinemannum de Indagine und Hofmeister Hermann von Hirsingerode.

Auf der Wartburg genehmigt Albrecht, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen am 16. August 1293 eine Erwerbung seines Getreuen, des Burgmanns Heinrich auf der Wartburg (Henricus, noster casellanus in Warperg). Als Zeugen werden genannt: Hermann von Mihla, Gunther von Schlotheim, Albert von Brandenberg, Heynemannus de Hayn, Hofmeister Hermann [von Hirsingerode] und der Protonotar Matthias (Mathias nostre curie protonotarius).

Ebenfalls 1293 verzichtet Albrecht, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen auf 2 Hufen in Rettbach welche Dietrich von Meldingen eingesetzt hatte für die Aufnahme seiner Tochter in das [Gothaer] Kreuzkloster. Als Zeugen werden genannt: Heinrich von Meldingen; Heinemannus de Hain; Hermann, landgräflicher Hofmeister; Gunther von Schlotheim und Hermann von Mihla.

Am 20. Dezember 1293 nimmt Albrecht, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen das Kreuzkloster zu Gotha in seinen besonderen Schutz; während seine Gemahlin das tat mit dem Maria-Magdalena Hospital. Zeugen waren: Heinemannus de Hayn; Hofmeister Hermann; Heinrich von Mihla, dermalen Schultheiß in Gotha; Heinrich Wendepfaff und Heinrich von Hayn, „unsere Castellane in Gotha“.

Einen Tag später, am 21. Dezember 1293 belehnt Albrecht, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen gegen 80 Mark Silber den Erfurter Bürger Heinrich Vizthum und dessen Erben mit dem Halsgerichte zu Dachwig und 10 Mark Silber jährlicher Zinsen. Zeugen sind unter anderem: Hermann Kämmerer von Fahner senior, Albert von Brandenberg, Heinemannus de Hain senior, Hofmeister Hermann [von Hirsingerode], Eberhard von Malsleben, Heinemannus de Hain iunior

Albrecht, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen überlässt am 6. Januar 1295 in Mühlhausen den Deutschherren das Dorf Runderode und der dazugehörigen Vogtei. Zeugen in jener Urkunde sind: Hermann von Mihla, Albert von Brandenberg, Anno von Schlotheim, Heinemannus de Indagine, Hofmeister Hermann von Hirsingerode.

In Eisenach bestätigt am 20. März 1297 Gerlach von Breuberg, Landfriedenshauptmann in Thüringen dem Kloster Volkerode eine Schenkung seines Herrn, des König Adolf. [Gerlacus dominus de Bruberg, capitaneus pacis per terram Thuringie generalis. Cum serenissimus dominus noster inclitus Adolfus, rex Romanorum ...] Als Zeugen treten auf: Hermann von Mihla, Gunther von Salza, Heilmannus de Hain und Hofmeister Hermann von Hirsingerode.

Die Castellane in Gotha, Paulus und Petrus, Gebrüder von Döllstädt verkaufen dem Gothaer Kreuzkloster das Gehölze Lutchenrod zwischen Tenneberg und Winterstein. Diesen Kauf bestätigt Albrecht, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen 1297 auf der Wartburg. Es Zeugen: Albert von Brandenberg; Hermann von Hirsingerode, landgräflicher Hofmeister; Eberhard von Malsleben; Haynemann von Hayn, Ritter; Heinrich von Mihla, Schultheiß in Gotha. 1298 fügt Apitz, der jüngste Sohn Albrechts, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen seine Bestätigung bei. Heinemannus de Indagine, miles und Ludwig von Hörselgau treten unter anderem als Zeugen auf.

Am 4. Juni 1301 belehnt Albrecht, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen auf der Wartburg den Meister Fritz Zorn von Salfeld, seinem Diener und Maler, mit einem heimgefallenen Hause nebst Hof in Eisenach. Zeugen sind unter anderem: Protonotar Konrad von Ammern, Heynemann de Hayn und Albert von Brandenberg. 

In einer Bestätigung Albrechts, Landgraf von Thüringen, Pfalzgraf von Sachsen aus dem Jahr 1303 ohne Ortsangabe, zeugen unter anderem Friedrich von Hettstedt, Eberhard von Malsleben und Ritter Heinemannus de Hayn.