Elisabeth von Arnshaugk
(1286-22.08.1359)

 





dargestellt von Doris BisonElisabeth von Arnshaugk, entstammt einer Nebenlinie der Edlen von Lobdeburg. Ihr Vater war Otto IV. (+1289), ein Sohn Hermann I. von Lobdeburg. Otto war sowohl Begründer der Linie Arnshaugk, als auch der, mit dem sie wieder erlischt, da sein einziger Sohn Hartmann vor ihm starb.

Auch wenn in einigen Schriften die Herren von Arnshaugk als Grafen bezeichnet werden, so gibt es dafür keinen Beleg. Otto nennt sich in seinem Siegel von 1273 schlicht: OTTONIS IN LODEBVRC. Zu den Herrschaftsgebieten und Burgen der Arnshaugker zählten unter anderem: Auma, Triptis, Neustadt an der Orla, Pösneck und Kahla.

Ihre Mutter war Elisabeth (die Ältere) von Orlamünde, Tochter des Grafen Hermann III. von Orlamünde (+1285). Nach dem Tod Otto von Arnshaugks ehelichte sie 1290 Landgraf Albrecht (den Entarteten), den späteren Schwiegervater ihrer gleichnamigen Tochter.

Elisabeth von Arnshaugk heiratete am 24.8.1300 ihren „Stiefbruder“ Friedrich und wurde somit Thüringer Landgräfin. Nach dem Friedrich (der Freidige) 1323 gestorben war übernahm Elisabeth die Regierungsgeschäfte während der Unmündigkeit ihres Sohnes.

Am 27. Oktober 1322 stellt Landgräfin Elisabeth auf der Wartburg eine Urkunde aus in der sie Hermann Goldacker und seinen Brüdern die Burg zu Grüningen für 300 Mark Silber verpfändet:
„Wie Elzebethe, von gots gnaden lantgreuinne zcu Duringen, marcgreuinne zcu Misne und in dem Osterland und vrowe in dem land zcu Plisne, bechennen an disem offenen brife, das wie Hermanne Goltacker dem rittere und sinen bruderen und sinen erben, daz hus Gruningen und was dazcu gehort gesaczt haben vor drihundert marg lotiges silbers Erfordischs gewichtes, …“ [aus „Friedrich der Freidige und die Wettiner seiner Zeit“ von Dr. Franz Wegele, 1870]. Zeugen sind unter anderem: Graf Heinrich von Schwarzburg; Albrecht, Burggraf von Altenburg; Vogt Heinrich Reuss von Plauen und Heinrich der Ältere, Vogt von Gera.

Als das Kreuzkloster in Gotha 1329 in finanzielle Bedrängnisse geriet, legte sich Landgräfin Elisabeth, die ihren Wohnsitz als Witwe in Gotha genommen hatte, ins Mittel, kaufte dem Kloster 3 Hufen Land für 66 Mark probehaltiges Silber ab und wies diese 66 Mark auf ihre „Leibgedingszinsen“ an. Nach ihrem Tode sollten die Hufen wieder an das Kloster zurückfallen und dafür Gebete für das Seelenheil ihres verstorbenen Gemahls, die üblichen Vigilien und Messen aber zu ihrem Andenken jährlich gehalten werden. Zeugen: Heinrich, Vogt von Plauen, der Landgräfin Oheim; Eberhard von Malsleben; Dietrich von Siebleben; Heinemannus Abbt, ihr Schultheiß in Gotha. Im selben Jahr gibt hierzu ihr Sohn Friedrich seine Zustimmung. Neben den oben genannten Zeugen kommen noch Graf Gunther von Schwarzburg, Graf Gunther von Käfernburg und Werner, Kaplan der Landgräfin hinzu.

In einer Urkunde vom 31. Dezember 1346 wird sie tituliert als „Elisabeth, hiervor Landgräfin zu Doringen, Frau zu Gotha ...“ und am 28. Februar 1349 als „Herrin von Gotha“.

In ihren späten Jahren erscheinen unter ihrem Gefolge: Heinemann Abt als ihr Diener; Heinrich von Loycha (Laucha) als ihr „Vogt Prokurator“; Konrad von Rinkeleyben (Ringleben) als ihr Notar und ein Hermann als ihr Küchenmeister.

Elisabeth überlebte ihren Sohn um 10 Jahre und starb im hohen Alter von 73 Jahren am 22. August 1359. Als mit ihrem Tod die Linie Arnshaugk erlischt, fiel auch diese Herrschaft ohne Anstrengung an die Wettiner.

Elisabeth von Arnshaugk hatte einen Bruder, Hartmann (+1283) und zwei Schwestern, Luitgard (Gem. Heinrich I. Vogt von Gera) und Hardewig (Gem. Gebhard von Querfurt)

 

Kinder:
Elisabeth geb. 1306 auf der Wartburg,
Friedrich II. der Ernsthafte , geb. 1310 , gest. 18.Nov. 1349 .

 

Von Elisabeth von Arnshaugk sind ebenfalls zwei Siegel überliefert:

Das 1. Siegel stammt von einer Urkunde vom 29. Oktober 1303. Es zeigt eine sitzende Frauengestalt, in der rechten den Thüringer Helm und in der Linken den Meissner Schild haltend.

Die Umschrift lautet: + S . ELIZABETH . DEI . GRA . THURINGIE . LANTGRAVI  

                      ET MISNEN . MARCHI

Das 2. Siegel stammt von einer Urkunde vom 29. September 1348 und zeigt einen steigenden Löwen.

Umschrift: + S . ELIZAB´ . DEI . GRA . MIS MARCH´.

Siegel 1

Siegel 2


Ein weiterer Vetter Elisabeths, Burchard I. (Busso) von Elsterberg wird 1315 als Vasall des Markgrafen von Meissen bezeichnet.