Hermann von Mihla

Hermann v. Mihla




Hermann v. MihlaHermann von Mihla (= Hermanni de Brandenberg),
verheiratet mit Adelheid de Brandenberg
(Schwester des Burggrafen Burchard 1210-1280)

Mit den Burggrafen auf der Brandenburg verwandt: Die Herren von Mihla:

Das Werratal ist reich an mittelalterlichen Burganlagen. Zu den bedeutendsten Rittersitzen zählte die Brandenburg bei Lauchröden. Nur wenige Kilometer flussabwärts lag in früheren Zeiten die Wasserburg der Herren von Mihla. Aus dieser „Kemenate“ entstand später das „Graue Schloss“. Zwischen beiden Familien, den Grafen von Brandenberg und den Rittern von Mihla, entstand im 13.Jahrhundert eine enge verwandtschaftliche Beziehung.

In der wissenschaftlichen Literatur wird zur Geschichte der Herren von Mihla vermerkt, dass am
11.03.1243 Berthold Truchsess von Schlotheim die Mainzer Güter zu Gottern, Dorla, Mihla und Falken als wieder einlösbares Pfand vom Erzstift erhielt.

1251 nannte sich Bertholds Bruder Cunemund „von Mihla“. Cunemund wurde zum Begründer einer neuen Familienlinie, seine Nachfolger wurden zu den „Herren von Mihla“.
Es gibt Vermutungen, dass vor den Truchsessen von Schlotheim bereits eine ältere Generation von Rittern im Ort selbst einsaßen. Mehrfach sind in Urkunden Namen dieser „älteren Herren von Mihla“ erhalten: Dithart und Dietrich von Mihla vor 900, Berthold von Mihla (1227) und ein Ritter Dietrich von Mihla, genannt Cualo 1247. Letztere Urkunde vermeldet den Tausch eines Weinberges bei Wernershausen.

Hermann v. MihlaAus dem Text könnte als fehlendes Bindeglied, zwischen der älteren und der jüngeren Mihla-Generation Bertha Truchsessin von Schlotheim erfasst werden. Wenn sich die Vermutung bestätigt, so war diese Ehefrau des Truchsess Günther von Schlotheim, des Vaters jenes Gunemund "von Mihla", eine geborene Frau von Mihla, jener in der gleichen Urkunde genannte Ritter Dietrich von Mihla ein naher Verwandter, nach dessen Tod die ältere Linie schließlich ausstarb. Über Bertha kamen deren Mihlaer Güter in den Besitz der Schlotheimer und 1343 folgten durch Erlangung des Pfandes über die Mainzer Besitzungen im Ort weitere Rechte.

Um 1253 nach dem Tode „Gunemunds von Mihla“, erfolgte eine Erbteilung der Schlotheimer Güter. Zu Besitzern in Mihla wurden die Brüder Hermann, Cunemund und Wetzel. Von diesen drei Söhnen Gunemunds von Mihla führten die beiden ersten bald das Wappen der Grafen von Brandenberg, nur Gunemund behielt das Scherenwappen der Schlotheimer bei.

Im Verlauf des 13. Jahrhunderts traten die Mihlaer demnach in verwandtschaftliche Beziehung mit den Grafen von Brandenberg bei Lauchröden. Schon Graf Burchard von Brandenberg (etwa 1210 bis etwa 1280) war wohl mit einer ungenannten Frau von Mihla verheiratet. 1258 nannte er Cunemund, Hermann und Wetzel "necnon fratess de Mila“. Hermanns Ehefrau Adelheid ist als Schwester des Burggrafen bekannt. Auch Jutta, die Frau Wetzels, war offensichtlich eine geborene Brandenbergerin, worauf die Übernahme des Wappens im Siegel Wetzels verweist. So beurkundete Hermann im Jahre 1260 als "Hermannus filius Cunemund de Mila" und besiegelt mit „Hermanni de Brandenberg".

Wetzel von Mihla beurkundete als "Wetzel de Mila", besiegelte aber mit dem Brandenburger Wappen.

Im "Henneberger Urkundenbuch" von Ludwig Bechstein und Georg Brückner, Bd.ll, Meiningen 1847, wird "Hermann miles junior" zu 1292 erwähnt. Hermann, der Sohn jenes Hermann von Mihla und der Adelheid von Brandenberg, quittiert darin dem Grafen Berthold von Henneberg in Schleußingen 210 Pfund Heller. Behalten hat sich das Siegel jenes Hermann mit einer recht deutlichen Wappendarstellung. Neben dem Schild mit dem Brandenburger Doppeladler sind zwei figürliche Blattdarstellungen, ähnlich einem Ahorn- oder Weinblatt, zu sehen.

Bis zum Ende des 13. Jahrhunderts also 'wurde das Brandenburger Wappen durch diese Vertreter der Mihlaer Linie weitergeführt. Vielleicht kann man sogar von der Begründung einer neuen Familienlinie sprechen? Leider sind weitere Quellen noch nicht gänzlich ausgeschöpft. Wahrscheinlich wurden auch die Herren von Mihla in den Prozess des finanziellen Untergangs der Brandenburger hineingezogen. Für die weiter im Hauptort der Familie, in Mihla, sitzenden Ritter ist dieser Vorgang für das Ende des 14. Jahrhunderts wahrscheinlich.

Bis 1399 verloren sie schließlich alle Güter im Ort und im Werratal. Nach einigen Jahren des häufigen Wechsels im Besitz traten dann 1436 die Herren von Harstall das Erbe in Mihla an. Auch sie strebten eheliche Verbindungen zur Brandenburg an, wie eine Wappendarstellung mit dem harstallschen Adlerflügel und dem Gerichtsschwert an der Torfront der Kemenate der Herren von Reokrodt in Lauchröden beweist.

Stammbaum
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