Otto II.
Burggraf von Kirchberg

dargestellt von Tobias Bleckert




dargestellt von Tobias BleckertMehrfach war Otto II. bei Beurkunden von Landgraf Friedrich dem Freidigen anwesend und  nach dem Tod seines Bruders Dietrich IV. vertrat er allein die Rechte der burggräflichen Familie von Kirchberg.

„Bis zu seinem Tode 1330 ist außer ihm kein anderer Burggraf von Kirchberg in der Umgebung des Landgrafen nachzuweisen. Als Oberhaupt der Familie saß er auf dem wiedererbauten Schlosse Windberg, während er seinen Brüdern Albrecht I. und Hartmann I., Greifberg und Kapellendorf überließ. Die Verwaltung des Besitzes ist von den 3 Burggrafen gemeinsam geführt worden. So finden wir die Brüder sehr häufig zusammen in den Schenkungs- und Verkaufsurkunden, die das kirchbergische Besitztum betreffen.

Die Zuwendungen und Verkaufsgeschäfte werden fast ausschließlich mit der Geistlichkeit geführt.“

Das Schloss Windberg wurde nach seinem Tod von seiner Frau Agnes an die Grafen von Schwarzburg verkauft. Die Burg Kirchberg ging bereits 1304 verloren, auch Greifberg musste verkauft werden und ging 1345 an das Landgrafenhaus.

Schloss Windberg wurde 1358 ebenfalls landgräflich.

Dauernde Besitzveräußerungen der Burggrafen von Kirchberg lassen eine ständige Geldnot erkennen und Nutznießer der Verkäufe waren vor allem die reichen Klöster , aber auch die weltlichen Herren zogen ihren Vorteil und stärkten die eigene Territorialmacht .

Die Nachkommen von Otto II. setzten diese Serie der Verkäufe und Schenkungen fort.

Der letzte männliche Nachkomme Otto II. ging mit einer unrühmlichen Begebenheit zu Grunde . Er besuchte 1369 die Frau des Erfurter Bürgers Heinrich zum Paradies, wurde von diesem mit seinem Weibe überrascht und niedergestochen. Zudem enthauptete man den entblößten Leichnam vor der Stadt und sperrte die Frau Heinrichs ins Gefängnis, wo sie auch starb. Hiermit endete die männliche urkundliche Nachkommenschaft Otto II. von Kirchberg.

Notiz:

1304
Erstmals wird in Urkunden von einer bewaffneten Bürgerschaft in Jena berichtet. Diese kämpfen an der Seite von Bürgern der Städte Erfurt und Mühlhausen bei der Eroberung der Burgen Greif-, Kirch- und Windberg. Dieses Ereignis gilt als Gründungsdatum der Jenaer Schützengesellschaft.
Die Hausbergburgen werden durch den Städtebund Erfurt, Mühlhausen, Nordhausen gestürmt und bis auf die Burg Greifberg geschleift.
Erstmals wird das Johannistor erwähnt. Es ist das westliche Tor der einstigen Jenaer Stadtbefestigung gewesen und das einzige heute noch erhalten gebliebene.

 

Stammtafel