Albrecht Waltmann,
Ritter zu Sättelstedt

Albrecht Waltmann




Albrecht WaltmannDas Geschlecht der Adligen von Sättelstedt (Sethenstete) wird von 1206 – 1375 in Urkunden genannt. Sie dienten als Landgräfliche Ministeriale, weswegen sie den Titel „Waltmann“ (Verwalter) führten. In den Jahren 1280 – 1311 erscheint vermehrt Albrecht, der sich teilweise aber nur als Ritter Waltmann (Waltmannus) tituliert. So in einer durch Friedrich den Freidigen am 4. Mai 1302 in Erfurt ausgestellten Urkunde: „Markgraf Friedrich von Meissen bestätigt eine Schenkung seines Vaters, des Landgrafen Albrecht von Thüringen, an das Severistift in Erfurt, bestehend in einer Rente aus dem Geleit in Thüringen.“

Auch fand der Waltmann von Sättelstedt Einzug in die Sagenwelt:

Albrecht WaltmannHerr Waltmann von Sättelstedt, der auf dem Bergrücken vor dem gleichnamigen Dorfe seinen Sitz hatte, vermaß sich vollkommener Ritterschaft, denn er war ein guter Wappner und gestrenger Ritter. Er war voll Mutes und Mannlichkeit, daß er mit seinem Herrn, dem Landgrafen von Thüringen, zu einem Hofe nach Merseburg ziehen wollte, dahin viele Herren aus Sachsen, aus der Mark, aus Meißen, aus dem Osterlande und Vogtlande, aus Franken, Hessen und Thüringen kamen. Dahin wollte er am anderen Tage nach St. Walpurgis ziehen und mit sich führen eine schöne wohlgeschmückte Jungfrau, die sollte führen einen Sperber und einen fertigen guten Stöber.. Er selbst wollte dreimal ein Rennen und Stechen halten mit einem jeden, der da wollte, und wer ihn niedersteche, der sollte seinen Harnisch und sein Stechzeug gewinnen und den Sperber und den Stöber, und die Jungfrau sollte sich mit einem goldenen Fingerring lösen. Steche ihn aber der Gegner nicht nieder, so sollte dieser der Jungfrau einen goldenen Fingerring zum Geschenk geben. Da waren viele Herren, die darauf warteten und Ritterschaft unterwegs mit ihm übten; auch stritten sie untereinander und entzweiten sich, wer mit ihm das Stechen halten sollte, und wenn ihrer viel waren, so hatte der das Vorreiten, den er sich aussah. Aber der Ritter brachte die Jungfrau auf den Hof nach Merseburg und wieder heim ohne Verlust, und sie brachte soviel Fingerringe mit, als sie Finger an beiden Händen hatte und teilte sie unter die Frauen und Jungfrauen, die am Hofe des Landgrafen waren, und hatten davon große Freude und dankten dem frommen Ritter ob seiner Mannlichkeit.