Friedrich der Freidige
(1257-1323)

dargestellt von André Görlach




dargestellt von André GörlachEr selbst nannte sich im Jahre 1269 Friedrich III., König von Jerusalem und Sizilien, Herzog von Schwaben, Landgraf zu Thüringen und Pfalzgraf zu Sachsen. Ein Jahrhundert nach seinem Tod gab ihm die Legende den Beinamen der „Freidige", was soviel wie „der Tapfere" bedeutet, zuweilen nannte man ihn auch den „Gebissenen". In dem bewegten Leben Friedrichs, dessen Politik einen wichtigen Meilenstein in der Herrschaft des Hauses Wettin zwischen Thüringer Wald und Lausitz darstellte, spiegelten sich die zentralen Probleme der deutschen Politik des Hohen Mittelalters.


Geboren wurde Friedrich der Freidige im Jahr 1257. Seine Mutter Margarete war die Tochter Kaiser Friedrichs II., sein Vater war Albrecht der Entartete, wettinischer Landgraf von Thüringen. Für einige Zeit schien es, als könnte Friedrich mit dem klangvollen Namen seines Vorfahren Barbarossa und seines Großvaters die Reihe mächtiger Herrscher aus der Stauferdynastie fortsetzen. Die Ghibellinen trugen ihm die Krone des süditalienischen Stauferreiches an. Doch die Trennung der Eltern, der Tod der staufischen Mutter 1270, die nicht allzu große Macht des Hauses Wettin und schließlich der Widerstand des Papstes ließen alle Pläne, Friedrich zum deutschen König zu machen, scheitern.

dargestellt von André GörlachNachdem sich Friedrichs Hoffnungen auf die Königskrone zerschlagen hatten, war ihm 1281 zunächst die Pfalzgrafschaft Sachsen geblieben. 1291 bot sich Friedrich die Gelegenheit die Markgrafschaft Meißen zu erhalten, die durch den Tod seines Vetters frei geworden war. Doch König Adolf von Nassau verweigerte seine Zustimmung. Adolf versuchte sogar in den Jahren 1294 und 1295 selbst die Hand auf Thüringen und die Mark Meißen zu legen. Friedrich ging in die Verbannung, konnte aber wenige Jahre später durch eine einträgliche Heirat seine Position in der Heimat stärken. Seine Braut, die dreißig Jahre jüngere Elisabeth aus dem Hause der Grafen von Lobdeburg-Arnshaugk brachte beachtliche Gebiete in die Ehe ein.

1307 wendete sich nach vielen Rückschlägen das Blatt dauerhaft zugunsten Friedrichs des Freidigen: In der Schlacht von Lucka konnte er einen großen Sieg gegen das königliche Heer erringen, das in Richtung der Mark Meißen vorrückte. Nach dem Tod seines Bruders Diezmann erbte er dessen Herrschaftsgebiete, und sein Gegner König Albrecht wurde 1308 ermordet.

1307 war es Friedrich gelungen, seinen Vater unter Druck zu setzen, so dass dieser ihm die Landgrafschaft Thüringen übertragen musste. Um dieses Ereignis ranken sich die Sagen vom Taufritt nach Tenneberg und von der Landgrafenschlucht unter der Wartburg, wo Friedrich sich versteckt haben soll, um seinen Vater zu überrumpeln. Der wahre Kern der Sagen besteht darin, dass Friedrichs Vater nicht ganz freiwillig seine Macht weitergab. Das Osterland um Leipzig, die Mark Meißen und Erfurt unterstellten sich nun Friedrichs Herrschaft, und 1310 erkannte endlich ein König, der Luxemburger Heinrich VII., Friedrichs Erbanspruch auf Thüringen und Meißen, später auch auf das Pleißeland um Altenburg an.

Die Umstände seines Todes erlauben einen Einblick in mittelalterliche Frömmigkeit und Sorge um das Heil der Seele im Jenseits. 1321 erlitt Friedrich einen Schlaganfall, den die Quellen auf folgende Umstände zurückführen: Friedrich wohnte einem geistlichen Schauspiel bei, in dem das biblische Gleichnis von den fünf klugen und den fünf törichten Jungfrauen bearbeitet wurde. Das Stück vertrat eine damals neuartige Ansicht: Glaubte man üblicherweise an die beinahe automatische Vergebung von Sünden durch Reue, gute Werke und die Fürsprache der Heiligen sowie der Mutter Gottes, konnte im Stück trotz aller Bitten Maria keine Vergebung für die törichten Jungfrauen bei Gott erwirken. Gott schien in seinem Urteil unbeeinflussbar. Friedrich soll angesichts seines nicht gerade sündenfreien Lebens über Gottes Unerbittlichkeit derart bestürzt und aufgeregt gewesen sein, dass er einen Schlaganfall erlitt. Nach zweieinhalbjährigem Siechtum starb Friedrich der Freidige am 16. November 1323.

Quelle: mdr.de

Markgraf Friedrich der Freidige
I. Stempel

18. Dezember 1284

Siegelumschrift:
Nicht lesbar

Markgraf Friedrich der Freidige
II. Stempel

10. März 1288

Siegelumschrift:
+ FRIDERICVS . DEI . GRACIA . COMES . SAXONIE . PALATINVS

Markgraf Friedrich der Freidige
III. Stempel

Siegelumschrift:
+S’ FRIDERICI . DEI . GRACIA . MISNENSIS . ET . ORIENT . MARCHIONIS . ET SAXN COMIT . PALA

Markgraf Friedrich der Freidige
IV. Stempel

12. Mai 1317

Siegelumschrift:
S’ . FRIDERICI : DEI : GRA : MISNENSIS : ET : ORIENTALIS : MARCHIONIS : THURINGIE : LANTGRAUII

 

Grabplatte von Friedrich dem Freidigen
sie befindet sich in der Georgenkirche zu Eisenach
Grabplatte