Schenken von Vargula

dargestellt von Stefan Schmidt





dargestellt von Stefan SchmidtHeinrich Schenk von Vargula

gestorben 1300
2 Söhne: Rudolf, Heinrich
2 Töchter: Ottilie, Irmingard

Vater: Rudolf III. Schenk von Vargula
Mutter: Eilicke von Weida
Gemahlin: Irmingart

Die Schenken von Vargula

Im 10. und 11. Jahrhundert erwuchs aus dem Kreis der Bediensteten des Königs das Erzamt des Mundschenken. Seit dem 13. Jahrhundert war der jeweilige Mundschenk (Pincerna) an allen Fürstenhöfen ein niederer Adliger, seine Aufgaben bestanden darin die Tafel mit Getränken zu versorgen und sich um die Weinberge zu kümmern. Dieser durfte für sich und seine Familie den erblichen Titel Schenk führen. Dieser entsprach dem eines Herren, die eigentlichen Schenkenaufgaben übernahmen später Bedienstete des jeweiligen Mundschenken.

Etwa seit Mitte des 12. Jahrhunderts hatte das Schenkenamt am Thüringer Landgrafenhof ein Ministerialengeschlecht aus Großvargula unweit von Langensalza inne. 1130 taucht erstmals die Standesbezeichnung Schenken von Vargula auf, ein Johann von Vargula erhielt in diesem Jahr den Titel durch Kaiser Lothar. Am 24. Februar 1178 wird in einer Naumburger Urkunde zum ersten mal die komplette Standesbezeichnung genannt. Hier treten als Zeugen auf

Kunemund von Vargula und Rudolph Schenk von Vargula.

Schenk Rudolph II. genoss seit 1203 das Vertrauen Landgraf Hermanns I. . In dessen Auftrag brachte er gemeinsam mit Meinhard von Mühlberg, 1211 die vierjährige Elisabeth, die spätere Frau Landgraf Ludwig IV., von Ungarn nach Thüringen. Schwierige diplomatische Aufträge erfüllte er 1216 im Gefolge Kaiser Friedrich II. in Würzburg und 1224 bei der Kurie in Rom. Seine Söhne Rudolph III. und Heinrich II. wurden für die Verdienste ihres Geschlechts 1243 von Kaiser Friedrich II. mit Schloss und Forst Tautenberg belehnt. Später nannten sich die Schenken von Vargula nach ihrem neuen, nördlich von Jena gelegenen Besitz (Schenk von Tautenberg)

Die eigentlichen Schenken von Vargula starben Mitte des 14. Jahrhunderts aus, ihre Stammburg kam danach (20. Februar 1340) in den Besitz des Deutschen Ordens.

Heinrich war wahrscheinlich der letzte Besitzer des Ortes Vargula. Er wird in Urkunden von 1287, 1289, 1294, 1295 und 1297 erwähnt. Vom 20. September 1297 liegt eine umfangreiche Urkunde in Latein vor: „Hedinricus (Heinrich) von Varila und seine Gemahlin Irmingard verkaufen eineinhalb Hufen Land und die Neumühle (Niedermühle) in Vargula an Albert, Pfarrer zu St. Lorenz in Erfurt. Hugo de Rincleibyn (Hugo von Ringleben), sein Schwager und Lutolfus von Stutirnheym (Lutolf von Stotternheim) erkennen dies an und Hedinricus und Gemahlin verpflichten sich, den Vertrag einzuhalten und Währschaft zu leisten. Untersiegler sind: Rudolf von Vargula, Hugo von Ringleben und Lutolf von Stotternheim.“

Wann die Schenken die Herrschaft über Vargula aufgaben, darüber fehlen urkundliche Nachrichten. Jedenfalls bestand schon 1297 die Absicht die Herrschaft zu verkaufen und erfolgte wahrscheinlich mit dem Tode Heinrich im Jahre 1300. Heinrichs Bruder Rudolf (IV.) hatte zur Gemahlin eine Tochter Alberts (III.) von Herbsleben. In Urkunden wird er 1287, 1289, 1297, 1302, 1304 und 1306 erwähnt. Er nennt sich meist Schenk von Dornburg, wo er wahrscheinlich wohnte. Seit 1302 war er ebenfalls Besitzer von Tautenburg. Er war Ministerial des Landgrafen von Osterland, Diezmann, dem Bruder des Landgrafen Friedrich dem Freidigen. Rudolf starb 1306 und hinterließ 4 Söhne und 2 Töchter.

Aus Urkunden wissen wir dass sich die Schenken von Vargula seit 1281 mit Landgraf Albrecht im Streite befunden haben. Es ist daher anzunehmen das die Söhne Rudolf III. Schenk von Vargula, Heinrich Schenk von Vargula und Rudolf IV. Schenk von Dornburg Parteigänger Friedrich des Freidigen und seines Bruders Dietzmann waren. In späteren Jahren wird zudem Rudolf IV. als Ministerial Dietzmann’s genannt.